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Corona Task Force

Audit

Bilanzierung und Betriebswirtschaftliche Begleitung von Sanierungsthemen

 

Auswirkung auf Jahresabschlüsse in Zeichen der Corona-Krise

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. („IDW“) hat bereits am 4. März zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Jahresabschlüsse und Prüfung Stellung genommen:

a) Ergänzungen im Lagebericht und Nachtragsberichterstattung zum Jahresabschluss 2019

  • Die Angabe der Auswirkungen der Corona-Krise auf Unternehmen ist im Risiko- und Prognoseberichtsteil des Lageberichts erforderlich
  • Ebenso sind im Anhang erläuternde Angaben zum Corona-Virus als „Vorgänge von besonderer Bedeutung“ nach dem Bilanzstichtag notwendig

b) Bilanzierung und Jahresabschlussprüfung

Die Wirtschaftsprüferkammer („WPK“) nimmt laufend zur Bilanzierung und Prüfung in Zeiten der Krise Stellung 

  • In Zeichen der Corona-Krise gewinnt die Prüfung der going-concern-Prämisse bei der Aufstellung des Jahresabschlusses gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB an zusätzlicher Bedeutung (Fortführungsprognose)
    • angesichts der erheblichen Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung werden Szenario- und Planungsrechnungen für die going-concern-Untersuchung sowie -Dokumentation an Bedeutung gewinnen 
  • Schwerpunkte der Jahresabschlusserstellung sowie –prüfung in Zeiten der Corona-Krise: Beurteilung der Werthaltigkeit „kritischer“ Bilanzpositionen, z.B. Bewertung von Beteiligungen und Immateriellen Vermögensgegen-ständen (einschl. „Goodwill“) sowie die verlustfreie Bewertung von Vorrats-vermögen und der Rückstellungen für drohende Verluste.
    - Unsere Experten können gerade in Zeiten der Corona-Krise Ihr Unternehmen im Rahmen von Bewertungsgutachten zu „kritischen“ Bilanzpositionen unterstützen

Die Einhaltung der going-concern-Prämisse wird auch hinsichtlich der Erteilung von uneingeschränkten Bestätigungsvermerken zum Jahresab-schluss im Zeichen der Corona-Krise ein kritischer Faktor werden.

In Bezug auf die insolvenzrechtlichen Auswirkungen der Prüfung der going-concern-Prämisse verweisen wir auch auf die entsprechenden Ausführungen im Bereich Insolvenzrecht.

c) Verzögerungen bei der Aufstellung, Prüfung und Veröffentlichung von Jahresabschlüssen

  • Eine Verletzung des § 264 Abs. 1 HGB (d. h. eine nicht rechtzeitige Aufstellung des Jahresabschlusses und Lageberichts) ist mit keinen speziellen Sanktionen bedroht. Mögliche zivilrechtliche Rechtsfolgen für die gesetzlichen Vertreter kommen nur bei einer schuldhaften Pflichtverletzung in Betracht (Beck'scher Bilanzkommentar, 12. Auflage, § 264 Tz.20). Eine solche schuldhafte Pflichtverletzung sollte allerdings nicht gegeben sein, wenn das Fristversäumnis den Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet ist.
  • Die nicht fristgerechte Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichts gemäß § 325 HGB wird grundsätzlich mit der Festsetzung eines Ordnungsgeldes sanktioniert (§ 335 Abs. 1 HGB).
  • Derzeit stehen keine Anpassungen der bestehenden gesetzlichen Fristen fest. Die Frage nach den Konsequenzen aus einem Fristversäumnis aufgrund der Corona Pandemie ist nach Informationen der WPK bei den betroffenen Bundesbehörden in Klärung. Wir informieren Sie, sobald es neuere Entwicklung hinsichtlich dieses Aspekts gibt auf unserer Website.

 

Betriebswirtschaftliche Begleitung der Sanierungsberatung 

Im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Sanierungsberatung können wir sowohl Kreditnehmer als auch Kreditgeber mit relevanten Prüfungs- bzw. Beratungsleistungen aus finanzwirtschaftlicher Sicht unterstützen

a) Monitoring der kurzfristigen Liquiditätslage bei notleidenden Kreditengagements – Liquiditätsstatus, Darstellung der Auswirkungen von Maßnahmen, Soll-Ist-Vergleiche

b) Laufende Prüfung von Insolvenzantragsgründen via Finanzstatus, rollierender 13-Wochen-Finanzplan (Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit) sowie Ertrags- und Liquiditätsplanung für das laufende und nachfolgende Geschäftsjahr und Überschuldungsstatus (Fortführungsprognose, Überschuldung)

c) Überprüfung der Sanierungsfähigkeit (IDW S6) und (retrograde) Prüfung des Vorliegens von Insolvenzantragsgründen (IDW S 11) 

  • Erstellung von IDW S11-Gutachten, insbesondere im Hinblick auf mögliche Organhaftungsansprüche und wahrscheinliche Vermutungsregelung zum Corona-Zusammenhang der Insolvenzreife
  • Erstellung und Beurteilung von Sanierungskonzepten, insbesondere als
    • Grundlage von Finanzierungsentscheidungen in der Krise
    • Entlastung der Organe im Zusammenhang mit strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Haftungsaspekten,
    • Grundlage für die Verhandlungen mit Stakeholdern oder
    • Grundlage für die Gewährung öffentlicher Beihilfen
    • Ergänzend unterstützen wir im Rahmen von insolvenzrechtlichen Sanierungsbemühungen, z. B. Bescheinigungen in Schutzschirm-verfahren (IDW S 9 zu § 270 b InsO)

 

Unternehmenskauf/-verkauf in der Krise

a) Je nach Verlauf der Krise werden – auch in Abhängigkeit von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sowie Branche – kurz- und mittelfristig Verkäufe und Käufe von Unternehmen in der Krise bzw. im Rahmen eines Insolvenz-/Schutzschirmverfahrens voraussichtlich stark zunehmen

b) Gerade bei „Distressed M&A“, d. h. dem Unternehmenskauf in der Krise besteht erheblicher Beratungsbedarf, insbesondere infolge der vielfach nicht (mehr) vor-handenen Ressourcen im zu veräußernden Unternehmen. Hinzu kommen fehlen-des insolvenzspezifisches Know-how der Unternehmensorgane in Bezug auf die rechtliche Situation im (vor-)insolvenzlichen Verfahren bzw. im Rahmen eines Verkaufs aus der Krise

c) Infolge der multidisziplinären Aufstellung von BRL in nahezu allen wesentlichen Fragestellungen – Gesellschafts- und Steuerrecht, Unternehmensplanung und -bewertung sowie Insolvenzrecht – stellt der Unternehmenskauf in der Krise eine Kernkompetenz von BRL dar.

 

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