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Corona Task Force

Finanzhilfen von Bund und Ländern

Der Bund und die Länder stellen umfangreiche Hilfsprogramme bereit, um die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der durch die Covid-19 Pandemie verursachten aktuellen Krise zu vermeiden oder zumindest abzumildern.

Daneben hat die EZB u. a. ein Programm zur Versorgung des Finanzmarktes mit Liquidität in Höhe von EUR 750 Milliarden bekanntgegeben, welches den Ankauf von öffentlichen sowie privaten Wertpapieren beinhaltet.

Nachstehend finden Sie eine überschlägige Zusammenfassung der Hilfsprogramme von Bund und Ländern.

Wenn Sie die Inanspruchnahme staatlicher Hilfe in dieser überaus herausfordernden wirtschaftlichen Lage in Erwägung ziehen, wenden Sie sich bzgl. weiterer Details der bestehenden Hilfsprogramme bitte jederzeit gerne an unser Expertenteam.

 

1. Finanzhilfen und Maßnahmen auf Bundesebene

Seitens des Bundes sind u. a. die nachfolgenden Liquiditätshilfen und andere liquiditätsverbesserde Maßnahmen im Rahmen des sog. Schutzschirms der Bundesregierung beschlossen worden:

  • Ausweitung bestehender KfW-Kreditprogramme (siehe unten)
  • Aufsetzen eines Wirtschaftsstabilisierungsfonds
  • Auflage/Erweiterung von staatlich unterlegten Kreditbürgschaften
  • Erweiterung/Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld
  • Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen
  • Zuschüsse, insbesondere für KMU und Kleinstgewerbetreibende

Ausweitung von KfW-Kreditprogrammen

Im Rahmen des KfW-Sonderprogramms 2020 hat die staatliche Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zwei bestehende Förderprogramme dahingehend modifiziert, dass die Förderung erweitert und der Zugang zu der entsprechenden Förderung erleichtert wurde. Außerdem soll mit dem „KfW-Schnellkredit für den Mittelstand“ kurzfristig ein neues Produkt der KfW verfügbar sein. Den „KfW-Schnellkredit für den Mittelstand“ können Sie ab dem 15. April 2020 bei Ihrer Bank oder Sparkasse beantragen. 

Die Programme KfW-Unternehmerkredit 037/047 und KfW-ERP-Gründerkredit Universell 290 wurden dahingehend angepasst, dass der Kreis der möglichen Antragssteller auf sämtliche Unternehmen erweitert wurde und eine Haftungsübernahme bis zu 90% (für Unternehmen mit maximal EUR 50 Mio. Jahresumsatz und weniger als 250 Mitarbeitern; über diesen Schwellen gilt eine Risikoübernahme von 80%) möglich ist. Diese Programme stehen für die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln zur Verfügung.

Bei Krediten unter EUR 3 Mio. übernimmt die KfW die Risikoprüfung der Hausbanken. Bei Krediten über EUR 3 Mio. bis EUR 10 Mio. erfolgt eine Risikoprüfung unter Anwendung bestimmter modifizierter Fast Track Kriterien.

Der „KfW-Schnellkredit für den Mittelstand“ wird Unternehmen von 11 bis 249 Mitarbeitern angeboten werden, die seit mindestens Januar 2019 am Markt sind und zuletzt einen Gewinn erwirtschaftet haben – entweder 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Der Kredit kann für Anschaffungen und die laufenden Kosten verwendet werden. Der maximale Kreditbetrag beträgt bis zu drei Monatsumsätze des Jahres 2019 (Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigte max. EUR 500.000 / Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigte max. EUR800.000. Der Kredit wird zu 100% durch eine Garantie des Bundes abgesichert. Eine Risikoprüfung durch die Hausbank erfolgt nicht. Der Zinssatz liegt aktuell bei 3 % p.a. und die Laufzeit beträft 10 Jahre.

Darüber hinaus hat die KfW mit dem KfW - Sonderprogramm 2020 "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung" ihr Angebot erweitert. Die KfW beteiligt sich hierbei in marktüblicher Art und Weise zu gleichen Bedingungen wie andere Banken an Finanzierungen. Dabei übernimmt die KfW anteilig Kreditrisiken des finanzierten Unternehmens und bietet den beteiligten Banken optional eine Refinanzierung an. Die Finanzierungsstrukturen sind auf die individuellen Bedürfnisse des Kreditnehmers abgestimmt. Im Rahmen dieses Förderprogramms bietet die KfW künftig Risikoübernahmen bis zu 80% des Vorhabens, jedoch maximal 50% der Risiken der Gesamtverschuldung an.

Im Rahmen des KfW-Sonderprogramms 2020 erhalten insbesondere auch Unternehmen, die bedingt durch die Corona-Krise vorübergehend Finanzierungsschwierigkeiten haben, Zugang zum Finanzierungsangebot der KfW. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die zum 31.12.2019 kein Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß EU-Definition waren, heute aber ggf. schon, dennoch einen Kredit beantragen können.

Die entsprechende Antragsstellung erfolgt über die Hausbank bzw. einen anderen Finanzierungspartner der KfW. Sofern die KfW nicht 100% des Risikos trägt,  ist das verbleibende Risiko von der Hausbank bzw. dem sonstigen Finanzierungspartner zu tragen. Wie diese mit dem etwaig für sie verbleibenden Risiko umgehen und welche Informationen und Sicherheiten sie zwecks Absicherung der Kredite verlangen werden, ist von Bank zu Bank verschieden.

Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Des Weiteren hat der Bund die gesetzliche Grundlage für einen Wirtschaftsstablisierungsfonds geschaffen. Mit dem Fonds sollen u. a. systemrelevante größere Unternehmen (zwei der folgenden drei Kriterien müssen erfüllt sein: Bilanzsumme > EUR 43 Mio. / Umsatzerlöse > EUR 50Mio. / > 249 Arbeitnehmer) gestützt werden, um z. B. das Abreißen von relevanten Lieferketten zu verhindern. Eine Beteiligung durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds soll nur dann erfolgen, wenn ein wichtiges Interesse des Bundes an der Stabilisierung des Unternehmens vorliegt und sich der vom Bund angestrebte Zweck nicht besser und wirtschaftlicher auf andere Weise erreichen lässt. Es wird kein Rechtsanspruch auf Stabilisierungsmaßnahmen durch den Stabilisierungsfonds geben. Die Entscheidung über die Gewährung solcher Maßnahmen steht im Ermessen des BMF im Einvernehmen mit dem BMWi. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds kann sich an der Rekapitalisierung von Unternehmen beteiligen. Die Rekapitalisierungsmaßnahmen umfassen den Erwerb von nachrangigen Schuldtiteln, Hybridanleihen, Genussrechten, stillen Beteiligungen, Wandelanleihen, den Erwerb von Anteilen an Unternehmen und die Übernahme sonstiger Bestandteile des Eigenkapitals dieser Unternehmen.  

Erweiterung von staatlich unterlegten Kreditbürgschaften

Für Unternehmen, die bis zur Krise tragfähige Geschäftsmodelle hatten, können Bürgschaften für Betriebsmittel zur Verfügung gestellt werden. Bürgschaften können maximal 80 Prozent des Kreditrisikos abdecken, das heißt, die jeweilige Hausbank muss mindestens 20 Prozent Eigenobligo übernehmen. Eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben bis 2,5 Millionen Euro kann schnell und kostenfrei auch über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden. 

Zuschüsse für Solo-Selbständige und Kleinstbetriebe

Solo-Selbständige und Betriebe mit maximal zehn Beschäftigten, erhalten zur Sicherstellung ihrer Liquidität eine Einmalzahlung für drei Monate. Für Betriebe bis fünf Beschäftigte/FTE Betragen die Zuschüsse bis zu EUR 9.000 bzw. bei Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten/FTE EUR 15.000. Außerdem erhalten sie erleichterten Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, insbesondere dem Arbeitslosengeld II. Die Abwicklung erfolgt über die Länder. Weitere Details hierzu finden Sie weiter unten in diesem Text.

Schnelle und unbürokratische Soforthilfe für Unternehmensberatungen

Die Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurde zugunsten von der Corona-Krise betroffene kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler um ein Modul in Form eines Sofortprogramms – zunächst bis zum 31. Dezember 2020 – erweitert. Betroffene Unternehmen erhalten für Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie einen Zuschuss in Höhe von 100%, max. jedoch EUR 4.000,00 der in Rechnung gestellten Beratungskosten.
Eine ausführliche Darstellung finden Sie unter
https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/unb_merkblatt_corona.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Wir unterstützen Sie gerne in der Abstimmung mit den entsprechenden Banken sowie bei der Zusammenstellung relevanter Informationen und Dokumente für Ihren Kreditantrag, dies beinhaltet insbesondere

  • Rechtlichen Beratung und Begleitung bei der Schaffung der Kreditvoraussetzungen
  • Bescheinigung, dass kein Unternehmen in Schwierigkeiten nach Artikel 2 Nummer 18 der VO (EU) Nr. 651/2014 vorliegt
  • Unterstützung bei der Darstellung der historischen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
  • Ermittlung des Liquiditätsbedarfs und der Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung sowie Bilanzierung
  • Erstellung bzw. Validierung von einzelnen Planungsrechnungen bis zum vollständigen Business Plan
  • Analyse bzw. Begleitung von kurzfristigen Maßnahmen zum Erhalt der Ertragskraft

 

2. Finanzhilfen und Maßnahmen auf Länderebene

Auf Ebene der einzelnen Bundesländer gibt es weitere Programme zur Bereitstellung von Liquidität (siehe die Informationen der jeweiligen Förderbanken- und Fördermittelinstitute der Länder und zur Gewährung kurzfristiger Bürgschaften für Kredite zwecks Abmilderung der Folgen der Corona-Krise.

Einen Überblick über die kombinierten Bundes- und Länderprogramme finden Sie hier unter Corona-Soforthilfen der BundesländerDie Eckpunkte der Programme in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein stellen wir nachstehend kurz für Sie zusammen:

 

HAMBURG

Die Hansestadt Hamburg selbst stellt folgende direkte Zuschüsse im Rahmen des Soforthilfeprogramms zur Verfügung:

Direkte Zuschüsse

Hamburger Corona Soforthilfe (HCS)

Die HCS richtet sich an kleine und mittlere Betriebe und Freiberufler, die als Adressaten der städtischen Corona-Allgemeinverfügungen unmittelbar in eine existenzbedrohende Schieflage oder existenzgefährdende Liquiditätsengpässe geraten sind. Vorgesehen sind direkte, echte Zuschussmittel in Höhe von:

  • Solo-Selbständige: 11.500*
  • mehr als 1 bis 5 Mitarbeiter: 14.000*
  • mehr als 5 bis 10 Mitarbeiter: 20.000*
  • mehr als 10 bis 50 Mitarbeiter: 25.000*
  • mehr als 50 bis 250 Mitarbeiter: 30.000*

*max. Förderbeträge in EUR

Informationen zur HSC und zur Antragstellung finden Sie unter https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/hcs.

Kredite und Bürgschaften

Hamburg Kredit-Liquidität (HKL)

Die HKL richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Ziel diese mit einem Kreditvolumen von je bis zu 250.000 EUR auszustatten. Bei Zins- und Tilgungsbedingungen soll der europarechtliche Rahmen maximal im Sinne der Kreditnehmer ausgeschöpft werden.

Schnellere Vergaben und mehr Volumen bei der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH (BG)

Es sollen mit dieser Maßnahme Betriebsmittelfinanzierungen kleinerer und Kleinstunternehmen abgesichert und beschleunigt werden.

  • Bei der BG wird der Bürgschaftshöchstbetrag von derzeit 1,25 Mio. Euro auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt.
  • Zur Beschleunigung der Verfahren soll die BG bis zur Höhe von 250 T€ Bürgschaftsvolumen im Rahmen der sogenannten „echten Eigenkompetenz“ Bürgschaften vergeben können, so dass die BG innerhalb von 72 Stunden über die Übernahme der Bürgschaft allein entscheiden kann.
  • Betriebsmittelfinanzierungen sind nun auch bei bestehenden Unternehmen mit 80%iger Rückverbürgung möglich (vorher bis zu 60%).
  • Die Obergrenze von 35% Betriebsmitteln am Gesamtobligo wird auf 50% erhöht.

Die Antragstellung für die HKL soll zeitnah ermöglicht werden. Weitere Informationen finden Sie direkt unter https://www.ifbhh.de/magazin/news/coronavirus-hilfen-fuer-unternehmen.

 

BERLIN

Die Stadt Berlin selbst stellt folgende direkte Zuschüsse im Rahmen des Soforthilfeprogramms zur Verfügung:

Direkte Zuschüsse

Direkter Zuschuss (Soforthilfe-Paket II)

Kleinst- und Solounternehmen mit maximal 5 Beschäftigten erhalten einen Zuschuss in Höhe von 9.000 Euro und Unternehmen bis 10 Beschäftigte bis zu 15.000 Euro aus Bundesmitteln. Die Antragsstellung für das Soforthilfe-Paket II ist bereits unter https://ibb.queue-it.net/?c=ibb&e=03&cid=de-DE möglich. Die Antragsstellung läuft über eine Warteschlange. Neuanmeldungen an die Warteschlange sind jederzeit möglich und die Wartenummer bleibt auch jederzeit erhalten. Es wird nach Registrierung per E-Mail informiert, wann die Anträge gestellt werden können.

Kredite und Bürgschaften

Rettungsbeihilfe Corona - Soforthilfe-Paket I

Die Förderung richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit Betriebsstätte in Berlin zur kurzfristigen Sicherung der Liquidität des Unternehmens durch Gewährung von Rettungshilfen (Darlehen) bis zu 500.000 Euro, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 2.500.000 Euro. Die Rettungsbeihilfen haben eine Laufzeit von 2 Jahren und werden bis zu 500.000 Euro zinslos gewährt (darüber hinaus 4 Prozent p.a.). 

Die Antragstellung für das Soforthilfe-Paket I ist bis auf Weiteres aufgrund der unerwartet hohen Nachfrage ausgesetzt. Weiter Informationen finden Sie unter https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/themen/coronahilfe/corona-liquiditaets-engpaesse.html.

 

NIEDERSACHSEN

Das Land Niedersachsen stellt zusammen mit dem Bund folgende direkte Zuschüsse im Rahmen des Soforthilfeprogramms zur Verfügung:

Direkte Zuschüsse

Zuschüsse für Soloselbständige, Kleinst- und Kleinunternehmen

Zielgruppe sind Unternehmen, freiberuflich Tätige und Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende). Hierzu gibt es eine Staffelregelung:

  • bis zu 5 Mitarbeiter: 9.000*
  • bis zu 10 Mitarbeiter: 15.000*
  • bis zu 30 Mitarbeiter: 20.000*
  • bis zu 49 Mitarbeiter: 25.000*

*max. Förderbeträge in EUR

Die Antragstellung für die direkten Zuschüsse als auch für Kredite und Bürgschaften unter https://www.soforthilfe.nbank.de/ ist bereits möglich.

Kredite und Bürgschaften

Niedersachsen-Liquiditätskredit

Das Land Niedersachsen stellt kurzfristig Kredite von 5.000 Euro bis zu 50.000 Euro pro Fall als Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung. Das Besondere dabei ist, dass diese Liquiditätshilfe direkt von der NBank vergeben wird und dafür keine Sicherheiten erbracht werden müssen. Weitere Informationen zum Förderprogramm und zur Antragstellung finden Sie unter Niedersachsen Liquiditätskredit | NBank. Bei der Beantragung ist zu beachten, dass lediglich das neue Antragsformular verwendet wird, welches seit dem 17. April zur Verfügung steht.

Bürgschaften über die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB)

Das Land Niedersachsen hat seinen Bürgschaftsrahmen auf 3 Mrd. Euro erhöht. Die NBB (https://www.nbb-hannover.de/) verbürgt Hausbankkredite für nahezu alle Branchen bis zu einer Größenordnung von 2,5 Mio. Euro, davon bis zu 240.000 Euro im Expressverfahren innerhalb weniger Tage.

 

NORDRHEIN-WESTFALEN

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zusammen mit dem Bund folgende direkte Zuschüsse im Rahmen des Soforthilfeprogramms zur Verfügung:

Direkte Zuschüsse

NRW-Soforthilfe 2020

Zielgruppe sind Unternehmen, freiberuflich Tätige und Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende). Hierzu gibt es eine Staffelregelung:              

  • bis zu 5 Mitarbeiter: 9.000*
  • bis zu 10 Mitarbeiter: 15.000*
  • bis zu 50 Mitarbeiter: 25.000*

*max. Förderbeträge in EUR

Da aktuell vermehrt betrügerische Links zum Antragsverfahren für die NRW-Soforthilfe im Umlauf sind, wurde das Antragsverfahren und die Auszahlung zur Corona-Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe in Nordrhein-Westfalen vorübergehend gestoppt. Die Antragsstellung für die Soforthilfe ist ab sofort jedoch wieder möglich. Um die Soforthilfe zu beantragen sollte ausschließlich die offizielle Seite genutzt werden: http://soforthilfe-corona.nrw.de

Weitere Informationen zur NRW-Soforthilfe 2020 und zur Antragstellung und zum Vorgehen bei Verdacht auf einen Betrugsfall finden Sie untehttps://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020

Kredite und Bürgschaften

NRW-Rettungsschirm (NRW.BANK.Universalkredit)

Der Universalkredit richtet sich an Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 500 Mio. € zur Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen. Die NRW.Bank hat die Bedingungen ihres Universalkredits attraktiver gestaltet und übernimmt nun schon ab dem ersten Euro bis zu 80 Prozent (statt bisher 50 Prozent) des Risikos.

Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW

Der Bürgschaftsrahmen wird massiv erhöht und Anträge auf die Gewährung von Landesbürgschaften werden innerhalb von einer Woche bearbeitet. Der Gewährleistungs- und Rückbürgschaftsrahmen für die Bürgschaftsbank NRW wird von 100 Millionen Euro auf 1 Milliarde Euro erhöht. Die Bürgschaftsobergrenze wird auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Die Verbürgungsquote wird von 80 Prozent auf 90 Prozent erhöht, sobald die notwendigen europäischen Rahmenbedingungen in Kraft treten und Expressbürgschaften der Bürgschaftsbank bis zu einem Betrag von 250.000 Euro werden innerhalb von drei Tagen zugesagt.

Das Land Nordrhein-Westfalen bietet neben den genannten Unterstützungsmaßnahmen auch Beteiligungskapital für Kleinunternehmen: über den „Mikromezzaninfonds Deutschland" an, um zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Weitere Informationen zu Krediten und Bürgschaften finden Sie unter  https://www.nrwbank.de/de/corporate/presse/corona-hilfe-nrwbank.html

Genauere Informationen zu den Mikromezzaninfonds sind unter https://www.kbg-nrw.de/de/produkte/mikromezzaninfonds/ abrufbar.

 

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Direkte Zuschüsse

Nothilfe Schleswig-Holstein

Zielgruppe sind Unternehmen, freiberuflich Tätige und Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende). Hierzu gibt es eine Staffelregelung:                      

  • bis zu 5 Mitarbeiter: 9.000*
  • bis zu 10 Mitarbeiter: 15.000*

*max. Förderbeträge in EUR

Vom Land Schleswig-Holstein wurde ein zusätzliches Programm aufgelegt, dass die Nothilfe auf Betriebe mit 11 bis 50 Mitarbeiter erweitert und Zuschüsse bis zu 30.000 EUR ermöglicht. Die Antragsstellung für Unternehmen mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten ist ab sofort möglich. Die genaue Höhe des einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses richtet sich dabei nach dem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für drei (bzw. bei Miet- und Pachtnachlass von mindestens 20 % für fünf) aufeinanderfolgende Monate. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen in Folge der Coronakrise mittelbar oder unmittelbar in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten ist.

Weitere Informationen zur Nothilfe und zur Antragstellung finden Sie unter https://wtsh.de/coronavirus-informationen-und-unterstuetzung-fuer-unternehmen-in-schleswig-holstein/coronavirus-informationen-zu-liquiditaet/.

Kredite und Bürgschaften

Finanzierungshilfe der Förderinstitute

Um den Zugang zu Finanzierungsmitteln zu erleichtern, haben die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft ihre Angebote auf die aktuellen Bedarfslagen der Unternehmen neu ausgerichtet. Das Angebot zielt in erster Linie auf kleine und mittlere Unternehmen ab, die ein etabliertes Geschäftsmodell haben und ausreichend Perspektiven aufweisen, jedoch z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen. Das Fördervolumen ist auf 2 Mio. Euro begrenzt, wobei für Anträge bis zu 750.000 Euro die Prüfung im Expressverfahren erfolgt. 

Weitere Informationen stehen unter https://www.ib-sh.de/infoseite/hilfen-fuer-unternehmen/ zur Verfügung.

 

ZUSAMMENWIRKEN VON BUNDES- UND LANDESHILFEN

Eine Kumulierung der direkten Zuschüsse vom Bund mit Länderhilfen und De-Minimis-Beihilfen ist grundsätzlich möglich. Es liegt allerdings im Ermessen der Bundesländer, ob sie hier ggf. auch eine Anrechnungslösung wählen, so z.B. Bayern und Berlin.

Gerne stehen wir Ihnen bei der Beantragung der direkten Zuschüsse und Kreditangebote von Bund und Ländern beratend zur Seite.

 

3. Umgang mit bestehenden Unternehmens-Finanzierungen

Gerade in Bezug auf existierende Verpflichtungen sind die Auswirkungen möglicher Finanzierungsengpässen seitens der Unternehmensverantwortlichen sorgfältig zu überwachen, um das Fortbestehen des Unternehmens zu gewährleisten und Haftungsansprüche gegenüber den Organen vermeiden zu können. Gerne stehen wir Ihnen in diesem Zusammenhang insbesondere bei den folgenden Fragen zu Seite:

  • Unterstützung bei der laufenden Überwachung der Einhaltung geltender Kreditbedingungen und –auflagen (“Covenants“)
  • Beratung hinsichtlich der möglichen Folgen und Maßnahmen bei Nichteinhaltung von Covenants“
  • Unterstützung bei der Identifikation, Verhandlung und Umsetzung von Maßnahmen, wie Tilgungsaussetzungen, Stundungen, „Haircut“
  • Vermeidung bzw. Erstellung notwendiger Dokumentation zwecks Vermeidung von Organhaftungsansprüchen
  • Unterstützung bei der laufenden Prüfung von Insolvenzantragspflichten und deren Suspendierung (Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bei Corona-bedingter Krise), sollten Liquiditätsengpässe nicht oder nicht rechtzeitig beseitigt werden können

 

 

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