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BRL Interview

Dr. Verena Schepers

Immobilienwirtschaftsrecht

Das steht auf meiner Visitenkarte:

Dr. Verena Schepers, Rechtsanwältin, Partnerin, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht. Und dann steht dort noch Diplômée en Droit. Das ist ein französisches Universitätsdiplom (Diplôme d’Etudes Universitaires Générales, mention Droit), das mir zum Abschluss eines französischen Jurastudiums verliehen wurde.

Seit wann sind Sie bei der Kanzlei BRL und wie sind Sie zu der Kanzlei gekommen?

Ich bin seit Januar 2017 bei BRL. Zu BRL bin ich über Jörg Siecke und Dr. Alexander Hartmann gekommen, die ich schon früher kannte.

Was ist das Besondere an BRL und am Standort Berlin?

BRL zeichnet sich durch seine Kanzleikultur aus, die von einer direkt unkomplizierten und verbindlich zugewandten Art geprägt ist. Das spüren auch die Mandanten, die sowohl einen persönlichen und zuverlässigen Umgang schätzen, als auch die aus diesem persönlichen Einsatz entstehende fachliche Exzellenz. Unser Büro in Berlin ist auf Wachstumskurs, da macht es – mitten in der Stadt am Brandenburger Tor – einfach Spaß, mit richtigen Kollegen am richtigen Platz zu sein.

Wie sieht die tägliche Arbeit im Bereich Immobilienwirtschaftsrecht für einen Partner aus?

Im Immobilienwirtschaftsrecht beschäftige ich mich täglich mit dem Geschäft der klassischen Bauträger und Projektentwickler, Privateigner, Family Offices und Vermietungsgesellschaften. Für die in der Immobilienbranche tätigen Mandanten schaffen wir – um im Bild zu bleiben – stabile Fundamente durch praxistaugliche Vertragswerke, wir schaffen „Steine aus dem Weg“, denken an „Absturzsicherungen“ und helfen bei der „Abdichtung“, beschleunigen die operativen Abläufe und behalten stets die wirtschaftlichen Interessen im Blick. Dazu gehören nicht nur das Verhandeln rechtssicherer Vertragswerke, sondern auch das Erkennen von Risiken, der proaktive Schutz vor unerwünschter Haftung, die Identifizierung und Durchsetzung von Ansprüchen, Abwehr unberechtigter Forderungen und eine projektbezogene strategische Beratung. Soll eine Immobilie entwickelt, ein Haus saniert, revitalisiert, oder abgerissen und neu errichtet werden, sind nicht nur die unmittelbar standortbezogenen Grundstücksfragen im Fokus, z.B. die Baurechtschaffung oder die Miet- und Bauverträge, sondern auch nachbarrechtliche, umweltrechtliche oder steuerrechtliche Aspekte wichtig. Wir behalten wie unsere Mandanten das Ziel im Blick, die Zukunftsfähigkeit der Immobilie, die konkrete Nutzung, Nachnutzung oder den Verkauf. Je besser wir das Geschäft kennen, desto besser können auch die wirtschaftlichen Interessen mit der Klaviatur des Rechts in Einklang gebracht werden. Um das zu erreichen, höre ich viel zu, telefoniere, schreibe, lese, verhandele, diskutiere und bin auch kreativ.

Wie fördern Sie junge Berufsanfänger bei BRL?

Ich bin überzeugt, dass die beste Förderung für Berufsanfänger durch zwei Komponenten entsteht: Eine enge persönliche Einbindung, um Arbeitsweise und Grundlagen zu verinnerlichen, und die eigene praktische Erfahrung in der Mandatstätigkeit gleich von Anfang an, die nach und nach mit komplexeren Aufgaben und einer Steigerung der Verantwortung einhergeht. Gut ist, wer gut sein will, wer Vorbilder hat, und die Motivation nicht verliert. Dazu gehört es auch, im Team Erfolge zu feiern.

Welche Qualifikationen bzw. Vorkenntnisse sollte ein Berufsanfänger im Bereich Immobilienwirtschaftsrecht mitbringen?

Neben den allgemeinen Anforderungen an Wirtschaftsanwälte - dazu gehören die gute Ausbildung, wirtschaftliches Verständnis, ein vernünftiges Wertegefühl, ein gesunder Realitätssinn, Qualität, Genauigkeit, auch Sprachgenauigkeit, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und eine Portion Ausdauer - sind im Immobilienprojektentwicklergeschäft die immobilienökonomischen und technischen Aspekte von Bedeutung. Wer sich diesen Aspekten nicht verschließt, sie mit dem juristischen Handwerkszeug verknüpft und viel Expertise aufbaut, ist auf dem richtigen Weg vom guten Juristen zu einer exzellenten Anwaltspersönlichkeit.

Was ist das Spannendste, Witzigste, Aufregendste, Unvergesslichste, was Ihnen bisher in ihrem Berufsalltag passiert ist?

Da gibt es unzählige Beispiele! Spannend war z.B. eine Gerichtsverhandlung, die wie ein Pokerspiel verlief. Da ging es bei komplizierter Ausgangsrechtslage um die Frage, ob oder wann in der mündlichen Verhandlung ein Hinweis zur Rechtslage erteilt wird, und welcher, damit der richtige Zeitpunkt abgepasst werden kann, noch vor dem juristischen Verhandeln, also vor der Antragstellung, den einen oder den anderen vorbereiteten Schriftsatz aus der Tasche zu ziehen, um mit neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln zu punkten, damit unter allen denkbaren juristischen Gesichtspunkten die günstige Ausgangsposition beibehalten und die anschließenden Vergleichsverhandlungen beeinflusst werden konnten. Solche Momente können magisch sein. Witzig ist im Alltag jede Art der Situationskomik, sie kann zu einem wichtigen alltäglichen Phänomen werden. Aufregend im negativen Sinne sind sicher die vielen Schreiben von Kollegen, die ich lesen muss, obwohl sie nichts zur Sache beitragen. Unvergesslich sind positive Teamerlebnisse – das kann sogar einmal eine durchgearbeitete Nacht sein, die in einem gut funktionierenden Team wie ein Energieschub wirken kann.

Was ist das Beste an der Arbeit bei BRL?

Wenn Motivation spürbar wird - die eigene, und die der anderen.

Welche Einschränkungen bringt der Beruf mit sich?

Zeit wird ein sehr geschätzter Faktor.

Was ist Ihr Ausgleich zum Büroalltag?

Ich male viel und zeichne Portraits, schwimme gern, spiele Orgel, spiele Schach, gehe gern ins Geschichtsmuseum, gern ins Kunstmuseum, gern ins Klavierkonzert, ins Theater, treffe Freunde oder fahre übers Wochenende in eine andere Stadt, um dort ins Geschichtsmuseum zu gehen, ins Kunstmuseum, ins Klavierkonzert, Theater, oder um dort andere Freunde zu treffen.

Welchen Tipp würden Sie gerne jedem Nachwuchsjuristen mitgeben?

Mit einer ausgewogenen Mischung fundierter juristischer Ausbildung, selbstreflektierender Vorgehensweise, kreativer Denkweise, umsichtiger Handlungsweise, Bescheidenheit, selbstkritischer Hinterfragung und unerschütterlicher Motivation klappt fast alles!  

 

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